Antikmöbel sind Umweltbewusst

Antikmöbel sind Umweltbewusst

Im Zuge des immer weiter voranschreitenden Klimawandels, der abtauenden Permafrostböden, der Zerstörung der Regenwälder, der voranschreitenden Umweltverschmutzung durch Plastikmüll …, man könnte jetzt wahrscheinlich noch viele durch den Menschen verursachten ökologischen Missstände nennen, machen sich immer mehr Branchen Gedanken darum umweltfreundlicher zu werden, so auch die Möbelbranche. Mittlerweile gibt es viele Möbelhersteller die mit dem Prädikat Biomöbel werben. Selbst Ikea ist auf diese Schiene aufgesprungen und wirbt mit dem Slogan: „Nachhaltigkeit darf kein Luxus ein“. Meist verweisen die Hersteller, wie auch Ikea auf das sogenannte FSC-Siegel. FSC steht für Forest Stewardship Council und hat Richtlinien für Nachhaltige Forstwirtschaft festgelegt. Das stellt zumindest einen Schritt in die richtige Richtung dar, auch wenn es natürlich noch viel Verbesserungsbedarf beim FSC gibt. Natürlich hat man als Verbraucher auch keine Garantie dafür, dass wenn FSC drauf steht, dass auch FSC drin ist. Die DDR war auch alles andere als demokratisch. Eine Studie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts besagt, dass ein Kilogramm unter nachhaltiger Forstwirtschaft hergestelltes Aufbewahrungsmöbel (Kommode) 867 Gramm Kohlenstoffdioxidäquivalent in seinem gesamten Lebenszyklus frei setzt. Wird keine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben, dann stößt ein Kilogramm holz 1,64 kg CO2-Äquivalent aus, wodurch sich die Emission von einem Kilogramm Möbel auf ungefähr 1,6 Kg CO2-Äquivalent fast verdoppelt.

Erklärungen:
Kohlendioxidäquivalent: Wird ein anderes Treibhausgas als Kohlendioxid ausgestoßen, dann wird dessen Treibhauswirkung auf Kohlendioxid bezogen. Dabei wird die Menge an Kohlendioxid angegeben die den gleichen Treibhauseffekt erzeugen würde. Methan hat Beispielsweise ein CO2-Äquivalent von 28 kg CO2 pro kg Methan.

Lebenszyklus: Von der Holzgewinnung (Fällen der Bäume) bis zur Entsorgung, durch Verbrennen. 

 

Praxisvergleich Antikmöbel: neues Möbel

Unter der Annahme ein Antikhändler legt eine Fahrtstrecke von 20 km zurück um ein unrestauriertes Möbel abzuholen, dann ergibt sich für ein antikes Möbelstück eine Emission von 3,6 kg CO2 bei einer Fahrzeugemission von 180 g/km. Die Emission bei der Restaurierung ist vernachlässigbar gering. Das heißt 3,6 kg CO2 für beispielsweise eine komplette Kommode. Eine Kommode einer bekannten skandinavischen Möbelkette mit den Maßen 80×100 cm hat ein Gewicht von ca. 26 kg. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft ergäbe das eine Emission von 22,5 kg CO2 (26*0,867), das gilt im Übrigen auch für teure Bio-Möbel. Bei nicht nachhaltiger Forstwirtschaft wären es 41,5 kg CO2 (26*1,6). Das heißt die Emission liegt bei erster um den Faktor 6,3 höher, im zweiten Fall sogar um den Faktor 11,5. In der Praxis spielt aber nicht nur die CO2 Emission bei der Herstellung eine Rolle, sondern auch die Verwendungszeit des jeweiligen Möbels. Geht man davon aus, ein billiges Möbel wird 5 bis 10 Jahre verwendet, während ein Antikmöbel 30 bis 35 Jahre verwendet wird, dann wird die Umweltbilanz noch eindeutiger. In 32,5 Jahren erzeugt das Antikmöbel weiterhin nur 3,6 kg CO2. Eine hochwertige Bio-Kommode verursacht 22,5 kg CO2, was dem 6,3-fachen entspricht. Billige Möbel verursachen in der gleichen Zeit, selbst bei nachhaltiger Forstwirtschaft, 97,5 kg CO2. Wird keine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben sind es gar 180 kg CO2. Das heißt ein antikes Möbel hat eine 27-fach, bzw. sogar 50-fach bessere CO2 Bilanz als ein neues Billig-Möbel.

Fazit

Auch wenn die CO2-Bilanz sicherlich nicht das Hauptproblem in der Forstwirtschaft darstellt zeigt sich dennoch der Nutzen der Restauration und Wiederverwertung. Wer sich Umweltbewusst einrichten will, kommt an Antike Möbeln nicht vorbei.

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